Europa hat eine strikte Frist gesetzt. Keine Verlängerungen.
Die EU-weite Übergangsfrist der MiCA endet am 1. Juli 2026. Millionen von Nutzern sind noch immer auf nicht lizenzierten Börsen aktiv, und Plattformen ohne Autorisierung drohen Geldstrafen oder die erzwungene Abschaltung.

Die Uhr läuft am 1. Juli ab.
Die EU-Verordnung über Märkte für Krypto-Assets (MiCA) steht kurz davor, ihren bisher schwierigsten Meilenstein zu erreichen. Am 1. Juli endet die Übergangsfrist, und die betroffenen Krypto-Asset-Dienstleister, die unter nationalen Regelungen tätig sind, müssen entweder über eine MiCA-Lizenz verfügen oder die Dienstleistungen für EU-Kunden einstellen. Es wird keine weitere Nachfrist über die nationalen Übergangsfristen hinaus geben.
MiCA verpflichtet die Mitgliedstaaten, den nationalen Behörden Befugnisse einzuräumen, um Dienstleistungen unverzüglich einzustellen, die Abmeldung von Kunden zu erzwingen, Unternehmen öffentlich zu nennen und Bußgelder für unerlaubte Aktivitäten zu verhängen. Ein Sprecher der ESMA bestätigte, dass ab dem 1. Juli nicht autorisierte Unternehmen nicht mehr in der EU tätig sein dürfen und Abwicklungs- sowie Kundenmigrationspläne umsetzen müssen. Bei Nichteinhaltung können die Strafen bis zu 5 Millionen Euro oder 5 % des Jahresumsatzes betragen.
Eine eingereichte Bewerbung schützt Plattformen nicht vor der Frist. Unternehmen, die nach dem Ende der Übergangsphase weiterhin ohne Genehmigung EU-Kunden bedienen, handeln rechtswidrig und können nicht erwarten, ihren Geschäftsbetrieb wie gewohnt fortsetzen zu können.
Millionen Nutzer gefährdet
Das Ausmaß der Belastung ist erheblich. Laut einer Analyse von OKX Europe, die Cointelegraph vorliegt, entfielen von den 18.5 Millionen Downloads von Krypto-Apps in Europa zwischen Mai 2025 und Mai 2026 etwa 7.6 Millionen (41 %) auf Börsen, die nicht im unabhängigen Register der von der MiCA zugelassenen Anbieter aufgeführt sind, das aus Daten der ESMA und nationalen Daten erstellt wird. Der CEO von OKX Europe, Erald Ghoos, merkte an, dass die App-Downloadzahlen das Problem eigentlich unterschätzen, da sie Nutzer auslassen, die über Webbrowser auf Börsen zugreifen oder die Apps früher installiert haben und weiterhin aktiv sind. Seine Firma schätzt, dass Rund 60 % der europäischen Krypto-Nutzer verwenden weiterhin Börsen, die außerhalb des MiCA-Rahmenwerks operieren.
Mehrere große Börsen warten noch auf die MiCA-Zulassung. Binance beantragte im Januar bei der griechischen Kapitalmarktkommission eine MiCA-Lizenz und ist derzeit nicht unter den MiCA-zugelassenen Anbietern in der EU gelistet.
Auch die Regulierungsbehörden in den einzelnen Mitgliedstaaten agieren unabhängig voneinander. In Frankreich hat die Finanzmarktaufsicht (AMF) Kryptounternehmen gewarnt, ihre Anträge auf MiCA-Lizenzierung bis zum 30. Juni abzuschließen, andernfalls dürften sie ihre Dienstleistungen für lokale Kunden einstellen. AMF-Präsidentin Marie-Anne Barbat-Layani erklärte, es sei „äußerst dringlich“ für die Unternehmen, ihre Anträge fertigzustellen. Unternehmen ohne Genehmigung wurden aufgefordert, geordnete Abwicklungspläne vorzubereiten, damit die Nutzer ihre Vermögenswerte zurückerhalten oder übertragen können. Nicht autorisierte Anbieter müssen mit der Aufnahme in die schwarze Liste, öffentlichen Warnungen, Geldstrafen und möglichen rechtlichen Schritten rechnen.
Nutzer können überprüfen, ob ihre Börse über eine gültige MiCA-Autorisierung verfügt, indem sie die folgenden Punkte prüfen: Das ESMA MiCA-Register ist weiterhin öffentlich unter esma.europa.eu zugänglich.
Quellen:
Cointelegraph: EU-MiCA-Frist zwingt Kryptofirmen zur Lizenzbeschaffung oder zum Marktaustritt
Crypto.news: 60 % der europäischen Krypto-Nutzer verwenden vor MiCA weiterhin nicht lizenzierte Börsen.
ESMA: Regulierung der Märkte für Krypto-Assets (MiCA)
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Autorin
Crypto RichRich erforscht seit acht Jahren Kryptowährungen und Blockchain-Technologie und ist seit der Gründung im Jahr 2020 als leitender Analyst bei BSCN tätig. Er konzentriert sich auf die Fundamentalanalyse von Kryptoprojekten und Token im Frühstadium und hat ausführliche Forschungsberichte zu über 200 neuen Protokollen veröffentlicht. Rich schreibt außerdem über allgemeinere Technologie- und Wissenschaftstrends und engagiert sich aktiv in der Krypto-Community über X/Twitter Spaces und führende Branchenveranstaltungen.




