Vitalik hinterfragt die Zukunft von Stablecoins.
Ethereum-Mitbegründer Vitalik Buterin argumentiert, dass der US-Dollar möglicherweise nicht der richtige langfristige Anker für Stablecoins sei, und fordert stattdessen kaufkraftbasierte Alternativen, die an reale Ausgaben gekoppelt sind.

Buterin stellt die Dollarbindung in Frage
Ethereum Mitbegründer @VitalikButerin Die Debatte um eine der grundlegendsten Annahmen von Kryptowährungen – dass Stablecoins den US-Dollar abbilden sollten – ist neu entfacht. In einem Beitrag auf X argumentierte Buterin, dass Nutzer in Wirklichkeit nicht die Stabilität des Dollars, sondern den Erhalt ihrer Kaufkraft anstreben, und dass diese beiden Ziele nicht dasselbe sind.
Seine erste Sorge galt der Tatsache, dass die meisten dezentralen Stablecoins weiterhin vom US-Dollar als Referenzwert abhängig sind. Zwar räumte er ein, dass die Orientierung am Dollar kurzfristig sinnvoll sei, argumentierte aber, dass Systeme, die gegenüber politischen oder wirtschaftlichen Schocks widerstandsfähig sein sollen, nicht auf unbestimmte Zeit an eine einzige nationale Währung gebunden sein sollten. Langfristig könnte selbst eine moderate Inflation die Nützlichkeit einer Dollarbindung untergraben.
Das Ausmaß des Problems ist nicht gering. Laut Daten von CoinGecko sind derzeit 95 % der Stablecoins an den US-Dollar gekoppelt. Der Markt für Stablecoins ist bis 2026 auf 311.5 Milliarden US-Dollar angewachsen, was einem Anstieg von rund 50 % gegenüber Anfang 2025 entspricht. Diese Dominanz stellt nach Buterins Ansicht eher eine strukturelle Konzentration von Risiken dar als ein Zeichen von Gesundheit.
Personalisierte Körbe als Alternative
Buterin schlug vor, dass künftige Stablecoins eher breitere Preisindizes oder Kaufkraftmessgrößen abbilden könnten als allein den Dollar. Er stellt sich wertstabile Instrumente vor, die nicht an eine einzelne Fiatwährung gekoppelt sind, sondern personalisierte Wertekörbe abbilden, sodass die Nutzer einen Token halten können, der seine Kaufkraft im Verhältnis zu einem individuell zusammengestellten Mix aus Waren, Dienstleistungen oder Vermögenswerten beibehält.
Anstatt einen an den Dollar gekoppelten Stablecoin zu halten, könnte ein Nutzer einen auf sein eigenes Leben zugeschnittenen Aktienkorb halten, wobei eine KI potenziell die Ausgabengewohnheiten verfolgt und automatisch Preissteigerungen bei den tatsächlich konsumierten Gütern absichert. Das Konzept hat einige Gemeinsamkeiten mit dem CPI-Ansatz. Konzeptionell ähnelt dies dem Warenkorbprinzip des Verbraucherpreisindex, bei dem sich die Kosten einer repräsentativen Auswahl an Gütern und Dienstleistungen des täglichen Bedarfs im Laufe der Zeit ändern, oder zusammengesetzten Währungskörben wie den Sonderziehungsrechten des IWF, deren Wert sich aus einer gewichteten Mischung wichtiger Fiatwährungen ergibt.
Buterin präsentierte kein fertiges Modell. Er gibt nicht vor, das Problem sei gelöst, und wies ausdrücklich auf den Ausgleichsschlupf als eine bedeutende praktische Herausforderung hin. Dennoch markiert der Vorschlag ein umfassenderes Bestreben des Ethereum-Mitbegründers hin zu einer, wie er es nennt, widerstandsfähigeren und langfristigeren DeFi-Infrastruktur, die nicht die Schwächen des Fiat-Systems erbt, das sie eigentlich umgehen sollte.
Quellen:
CoinDesk: Vitalik Buterin legt die versteckten Schwächen dezentraler Stablecoins dar
CoinTelegraph: Vitalik wünscht sich bessere dezentrale Stablecoins auf Ethereum
Krypto-Briefing: Vitalik Buterin schlägt ein optionsbasiertes DeFi-Modell zur Reduzierung von Liquidationen vor
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Autorin
Soumen DattaSoumen ist seit 2020 Kryptoforscher und hat einen Master-Abschluss in Physik. Seine Schriften und Forschungsergebnisse wurden in Publikationen wie CryptoSlate und DailyCoin sowie BSCN veröffentlicht. Seine Schwerpunkte liegen auf Bitcoin, DeFi und vielversprechenden Altcoins wie Ethereum, Solana, XRP und Chainlink. Er kombiniert analytische Tiefe mit journalistischer Klarheit, um sowohl Einsteigern als auch erfahrenen Krypto-Lesern Einblicke zu bieten.




