95 % der Bitcoins bereits geschürft: Droht ein Angebotsschock?

Über 95 % aller Bitcoins wurden bereits geschürft. Da die Produktion des 20-millionsten Bitcoins in wenigen Tagen erwartet wird und die institutionelle Nachfrage rasant steigt, verschärft sich die Knappheitssituation rapide.
Crypto Rich
4. März 2026
Inhaltsverzeichnis
Ja, und die Zahlen sprechen für sich. Stand 4. März 2026 wurden bereits rund 19.99 Millionen BTC geschürft, was 95.22 % der maximalen Menge von 21 Millionen entspricht. Der 20-millionste Bitcoin wird in wenigen Tagen erwartet. Damit würde das verbleibende Angebot erstmals in der Geschichte von Bitcoin unter 1 Million BTC fallen. Knapp 1.003 Millionen Bitcoins müssen noch geschürft werden – und das über die nächsten 114 Jahre.
Wie nahe ist man dem Meilenstein von 20 Millionen?
Bei der aktuellen Blockbelohnung von 3.125 BTC nach der Halbierung und durchschnittlich 144 Blöcken pro Tag generiert das Netzwerk täglich etwa 450 BTC. Da noch ca. 2,400 bis 3,000 BTC bis zur 20-Millionen-Marke fehlen, wird dieser Meilenstein bei den aktuellen Ausgaberaten in weniger als einer Woche erreicht.
Wie sieht der verbleibende Lieferplan aus?
Die letzten 1 Million BTC werden nicht schnell eintreffen. Der Ausgabeplan ist deterministisch und verlangsamt sich mit jeder Halbierung.
Wichtige Meilensteine in der Zukunft:
- Jetzt: Täglich werden etwa 450 BTC geschürft, die jährliche Inflationsrate liegt bei etwa 0.82 %.
- 2028. April: Die nächste Halbierung reduziert die Blockbelohnung auf 1.5625 BTC.
- Januar 2035: 99 % aller Bitcoins sollen geschürft werden
- ~ 2140: Der letzte Bitcoin wird effektiv ausgegeben
Die ersten 20 Millionen BTC wurden in 17 Jahren (2009 bis 2026) realisiert. Die letzte Million wird über ein Jahrhundert dauern.
Besteht tatsächlich ein Risiko eines Angebotsschocks?
Die in der Überschrift genannte Zahl des geförderten Angebots unterschätzt, wie knapp der tatsächliche freie Angebotsraum bereits ist.
Verlorene und illiquide Coins
Schätzungen zufolge sind 3 bis 4 Millionen BTC dauerhaft unzugänglich: verlorene Schlüssel, inaktive Wallets und frühe Mining-Coins, die niemals bewegt werden. Dazu gehören auch etwa 1 Million BTC, die Satoshi Nakamoto zugeschrieben werden, seit den ersten Bitcoin-Blöcken unberührt geblieben sind und allgemein als endgültig verloren gelten. Insgesamt entspricht dies 15 bis 20 % des Gesamtangebots, die effektiv für immer aus dem Umlauf genommen wurden.
Darüber hinaus beziffern On-Chain-Daten von Glassnode das illiquide Angebot auf etwa 13.5 bis 14 Millionen BTC. Diese Coins werden langfristig oder in Cold Storage gehalten und entsprechen 67 bis 72 % aller geschürften Bitcoins. Das tatsächlich liquide, aktiv zirkulierende Angebot ist deutlich geringer als die in den Schlagzeilen genannte Zahl von 19.99 Millionen.
Institutionelle Nachfrage vs. tägliche Emissionen
Hier wird die Argumentation für einen Angebotsschock besonders deutlich. US-amerikanische Bitcoin-Spot-ETFs halten zusammen Nettovermögen von 87.58 Milliarden US-Dollar, was 6.42 % der gesamten Marktkapitalisierung von Bitcoin (Stand: 3. März) entspricht. Das tägliche neue Angebot aus dem Mining hat zu aktuellen Preisen einen Wert von etwa 33 Millionen US-Dollar. An Tagen mit hohem Zufluss wird dieser Wert schnell übertroffen: Allein am 3. März flossen 225.15 Millionen US-Dollar netto in ETFs – das entspricht etwa fünf Tagen Mining-Produktion in einer einzigen Sitzung.
Die Finanzabteilungen der Unternehmen stellen eine weitere Ebene dar. Die gesamten Bitcoin-Bestände der Unternehmen übersteigen 2 Millionen BTC.
Tägliche Ausgabe: 450 BTC. Nettovermögen des ETFs allein: 87.58 Milliarden US-Dollar. Die Rechnung ist eindeutig.
Führt Knappheit garantiert zu einer Preisbewegung?
Nicht automatisch. Angebotsengpässe sind nur ein Faktor. Die Nachfrage muss gleich bleiben oder sogar steigen, damit Knappheit zu Preisdruck führt. Makroökonomische Rahmenbedingungen, regulatorische Änderungen und die allgemeine Risikobereitschaft spielen dabei ebenfalls eine Rolle.
Die Zahlen bestätigen, dass sich das strukturelle Angebot an Bitcoin nach einem festen und transparenten Zeitplan verknappt. Die verbleibenden Emissionen sind gering, sinken weiter und werden zunehmend von institutionellen Anlegern in den Schatten gestellt. Ob dies einen Schock oder eine schleichende Verknappung auslöst, hängt von der Nachfrageseite ab. Die Angebotsobergrenze bleibt unverändert.
Der 20-millionste Bitcoin ist fast da. Die letzte wird erst 2140 eintreffen.
Quellen:
- Clark Moody Bitcoin-Dashboard - Live-Daten zu Bitcoin-Angebot und -Ausgabe
- Bitbo.io Angebotsverfolgung - Echtzeit-Angebot an geförderter Menge und Halbierungs-Countdown
- Glassnode – 78 % des Bitcoin-Angebots sind nicht liquide - Methodik und Daten zur On-Chain-Analyse illiquider und langfristiger Anbieter.
- CoinMarketCap - Bitcoin - Daten zu Umlaufangebot und Marktkapitalisierung
- SoSoValue – Bitcoin ETF Dashboard - Täglicher ETF-Nettozufluss und Gesamtnettovermögen
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Autorin
Crypto RichRich erforscht seit acht Jahren Kryptowährungen und Blockchain-Technologie und ist seit der Gründung im Jahr 2020 als leitender Analyst bei BSCN tätig. Er konzentriert sich auf die Fundamentalanalyse von Kryptoprojekten und Token im Frühstadium und hat ausführliche Forschungsberichte zu über 200 neuen Protokollen veröffentlicht. Rich schreibt außerdem über allgemeinere Technologie- und Wissenschaftstrends und engagiert sich aktiv in der Krypto-Community über X/Twitter Spaces und führende Branchenveranstaltungen.
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